Kalk und Leitungen
Verzinkte Stahlrohre: Rost und Lochfraß
Das Wasser kommt braun aus dem Hahn, der Druck lässt nach, und am Rohr zeigen sich Rostflecken. In Häusern mit älteren Leitungen stecken oft verzinkte Stahlrohre, die von innen korrodieren. Solche Anzeichen sollten ernst genommen werden, denn aus Rost kann ein Leck werden. Wer die Zeichen früh erkennt und richtig einordnet, kann rechtzeitig einen Fachbetrieb einbinden und größere Schäden an Wand und Boden vermeiden.

Was verzinkte Stahlrohre sind
Verzinkte Stahlrohre bestehen aus Stahl mit einer dünnen Zinkschicht, die vor Rost schützt.
Sie wurden über viele Jahrzehnte als Trinkwasserleitung eingebaut, weil sie stabil und leicht zu verarbeiten waren. In Gebäuden aus früheren Jahrzehnten sind sie weit verbreitet.
Die Zinkschicht hält nicht ewig. Mit den Jahren trägt das Wasser sie ab, vor allem bei warmem Wasser und an Verbindungsstellen mit anderen Metallen. Liegt der Stahl frei, beginnt er von innen zu rosten. Die Beläge verengen das Rohr, und das Wasser nimmt Rost auf.
Rost, Ablagerungen und Lochfraß verstehen
- Rost entsteht, wenn Sauerstoff und Wasser auf freiliegenden Stahl treffen.
- Er bildet Knötchen an der Rohrinnenwand, sogenannte Tuberkel, unter denen die Korrosion weiterläuft. Das Rohr wird innen immer enger, ohne dass man von außen viel sieht. Der Wasserdurchfluss nimmt langsam ab.
- Lochfraß ist eine besondere Form der Korrosion: Das Metall wird punktuell zerfressen, bis ein kleines Loch entsteht. Er tritt oft dort auf, wo die Schutzschicht fehlt oder Ablagerungen das Rohr stellenweise freilegen. Ein solches Loch zeigt sich plötzlich als feuchte Stelle, ohne dass das Rohr vorher sichtbar beschädigt war.
- Einfluss haben auch Wasserbeschaffenheit, Temperatur und Fließgeschwindigkeit.
- Kalk und Rost verstärken sich gegenseitig, weil Ablagerungen die Schutzschicht stellenweise abdecken. Wo Wasser lange steht, begünstigt das die Korrosion zusätzlich.
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Warnzeichen im Haushalt
Braunes oder rötlich gefärbtes Wasser, vor allem nach längerem Stillstand, ist das klassische Zeichen. Läuft es nach kurzem Ablaufenlassen wieder klar, stammen die Partikel meist aus den Rohren. Hält die Färbung an, sollten Sie das nicht ignorieren, sondern den Fachbetrieb zu Rate ziehen.
Ein weiteres Signal ist nachlassender Druck an mehreren Zapfstellen, besonders am Warmwasserhahn. Dieselben Anzeichen treten auf, wenn der Wasserdruck zu niedrig ist. Auch Rostflecken an Verbindungen, feuchte Stellen an der Wand und metallischer Geschmack gehören zu den Warnzeichen.
Zögern Sie nicht, wenn Wasser tropft oder die Wand feucht wird. Ist ein Leck erkennbar, drehen Sie die Wasserzufuhr zu und beobachten die Stelle. Steht Wasser an Elektrik, ist der Raum für Sie tabu, und die Stromabschaltung bleibt Elektrofachkräften vorbehalten.
Was Laien tun und was nicht
Lassen Sie Wasser, das lange in rostigen Leitungen stand, vor der Nutzung einige Zeit ablaufen, bis es klar ist. Verwenden Sie trübes Wasser nicht zum Kochen oder für Säuglingsnahrung. Dokumentieren Sie Verfärbungen mit Fotos und notieren Sie, an welcher Zapfstelle sie auftreten.
Eigene Eingriffe sind tabu. Verbindungen lösen, Rohre abdichten oder Rostschutz auftragen ist Sache des Fachbetriebs, denn alles davon betrifft die Trinkwasserinstallation. Auch Reinigungsmittel oder Rohrreiniger haben in Trinkwasserleitungen nichts verloren, da sie Material und Wasserqualität beeinträchtigen können.
Zeigt ein Rohr Feuchtigkeit, tropft oder ist durchgerostet, handelt es sich um einen möglichen Rohrbruch. Drehen Sie die Zufuhr zu und ziehen Sie einen Fachbetrieb hinzu. Ein kleiner Tropfen kann sich schnell vergrößern, und verdeckte Rohre schädigen die Bausubstanz auch unbemerkt.
Alte Rohre langfristig ersetzen
Der Austausch alter Stahlrohre gegen moderne Werkstoffe beseitigt das Problem an der Wurzel. Welche Strecken erneuert werden und welches Material infrage kommt, ist nach Prüfung der Anlage festzulegen. Bei größeren Sanierungen lässt sich der Austausch mit anderen Arbeiten verbinden.
Auch der Wasserdruck beeinflusst die Belastung der Rohre. Ob ein Druckminderer sinnvoll ist, hängt von der Anlage ab, zu der auch Filter am Hausanschluss gehören. Veränderungen an der Anlage gehören in jedem Fall in Fachhände.
Merkpunkte zu Stahlrohren
- Verzinkte Stahlrohre rosten von innen, sobald die Zinkschicht abgetragen ist.
- Braunes Wasser und nachlassender Druck sind typische Warnzeichen.
- Trübes Wasser nicht zum Kochen oder für Säuglingsnahrung verwenden.
- Feuchte Stellen fotografieren, Wasser absperren und Fachbetrieb ansprechen.
- Keine Eingriffe oder Mittel an der Trinkwasserleitung selbst anwenden.
Sorgen um rostige Leitungen
Ist braunes Wasser gesundheitsgefährdend?
Rostpartikel sind in kleinen Mengen meist nicht akut gefährlich, trüben das Wasser aber und weisen auf Korrosion hin. Trinken und Kochen sollten Sie mit verfärbtem Wasser vermeiden. Lassen Sie es ablaufen, bis es klar ist, und halten Sie bei anhaltender Färbung Rücksprache mit einem Fachbetrieb.
Wie lange halten verzinkte Stahlrohre?
Eine feste Dauer lässt sich nicht nennen. Sie hängt von Wasserbeschaffenheit, Temperatur und Einbau ab. In älteren Gebäuden zeigen sich nach vielen Jahrzehnten häufiger Rost und Lochfraß. Den tatsächlichen Zustand Ihrer Rohre zeigt erst eine Untersuchung vor Ort, bei der Rohrwand, Verbindungen und Wasserqualität angesehen werden.
Kann ich undichte Stellen selbst abdichten?
Das ist nicht ratsam. Dichtmassen oder Klebeband halten unter Druck selten dauerhaft, und Arbeiten an der Trinkwasserleitung sind Fachsache. Sperren Sie die Wasserzufuhr ab, fangen Sie Tropfwasser auf und beauftragen Sie einen Fachbetrieb mit Prüfung und Reparatur der betroffenen Stelle.
Erst das Wasser stoppen, dann anrufen.
Klempner-Notdienst anrufen01579 2842370